
Am 22. September 2026 fand im Wiener Rathaus das internationale Symposium „Ukraine: War and War Crimes“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Ukrainisch-Österreichischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Vienna School of International Studies (Diplomatische Akademie Wien), dem Ukraine Office Austria, der Paneuropäischen Bewegung Österreich und der Universität Wien sowie mit Unterstützung der Stadt Wien organisiert. In den weiteren fachlichen und wissenschaftlichen Kontext des Symposiums waren auch das Austrian Cooperation Office Lviv und das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte eingebunden.
Das Symposium brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Diplomatie, staatlichen Institutionen, Wissenschaft, Militär und internationaler Rechtswissenschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen die russische Aggression gegen die Ukraine, Kriegsverbrechen, internationale Strafverfolgung, die Einrichtung eines Sondertribunals, Reparationsfragen, der Wiederaufbau der Ukraine sowie ihre europäische Zukunft.
Ganna Sarybaieva, Doktorin der Rechtswissenschaften, Dozentin und Gründerin der Open Dialogue Platform (ODP), nahm am Symposium teil.
Für die ODP ist die Präsenz in einem solchen internationalen fachlichen Umfeld Teil ihres kontinuierlichen Engagements für eine stärkere intellektuelle Präsenz der Ukraine in Europa – durch akademischen Dialog, juristische Expertise, Forschung und internationale Zusammenarbeit.
Besondere Bedeutung hatte die Podiumsdiskussion „War Crimes, Special Tribunal, Reparations“, die sich mit der völkerrechtlichen Dimension der russischen Aggression gegen die Ukraine befasste. Zu den Teilnehmern gehörten Anton Korynevych, Vertreter des Außenministeriums der Ukraine, Jörg Polakiewicz, ehemaliger Direktor für Rechtsberatung und Völkerrecht beim Europarat, sowie Andreas Sauermoser, Forscher an der Universität Wien und am Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte.
Die auf diesem Panel behandelten Fragen sind von grundlegender Bedeutung für die heutige internationale Rechtsordnung: Wie kann die Verantwortlichkeit für internationale Verbrechen gewährleistet werden? Welche institutionellen Mechanismen braucht es für eine wirksame Rechtsprechung? Und wie kann das Recht eine angemessene Wiedergutmachung für den den Opfern der Aggression zugefügten Schaden sicherstellen?
Für die ukrainische Rechts- und Wissenschaftsgemeinschaft hat diese Diskussion eine besondere Bedeutung. Die Ukraine ist heute nicht nur Gegenstand völkerrechtlicher Analyse. Die ukrainische Erfahrung wird zunehmend zu einer wichtigen Wissensquelle für die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts, mit Mechanismen der Verantwortlichkeit und mit der Widerstandsfähigkeit der europäischen Rechtsordnung.
Aus diesem Grund ist es für die ODP von besonderer Bedeutung, dass ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten nicht nur als Stimme der Ukraine präsent sind, sondern als gleichberechtigte Akteure an der Gestaltung des europäischen fachlichen und intellektuellen Diskurses mitwirken.
Ein weiterer Schwerpunkt des Symposiums lag auf der Rolle der Ukraine in Europa. Im Rahmen des Programms wurde eine besondere Videobotschaft von Kaja Kallas, Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, präsentiert. Im Mittelpunkt standen die Rolle der Ukraine in Europa und im größeren geopolitischen Kontext, der Wiederaufbau des Landes sowie seine Perspektive auf eine künftige Mitgliedschaft in der Europäischen Union.
Für die ODP ist die europäische Integration der Ukraine nicht nur ein institutioneller Prozess. Sie ist auch ein Raum des intellektuellen Austauschs, in dem ukrainische Erfahrungen, wissenschaftliches Wissen und fachliche Expertise Teil des europäischen Dialogs über Recht, Demokratie und die Zukunft Europas werden.
Genau in diesem Raum zwischen Recht und Gesellschaft, wissenschaftlicher Erkenntnis und öffentlichem Dialog, ukrainischer Erfahrung und europäischer Zukunft setzt die Open Dialogue Platform ihre Arbeit in Wien fort.